Anlageziele

Hat man eine Erbschaft gemacht, so empfiehlt es sich, erst einmal die persönlichen finanziellen Ziele festzulegen. Erst danach ist es sinnvoll, sich mit konkreten Anlageformen zu beschäftigen, denn manche Anlageformen mögen zwar für sich betrachtet gut sein, passen aber nicht zu den Anlagezielen.

Was können solche Anlageziele sein? Manches lässt sich ganz konkret planen, beispielsweise der Studienbeginn des Kindes im Alter von 18 oder 19 Jahren, für den man eine bestimmte Summe beiseite legen will. Damit sind wir schon beim Aspekt Anlagehorizont: Dies ist die Zeitspanne, während der man das Kapital nicht flüssig braucht. Es darf also gebunden sein oder während dieser Zeit Wertschwankungen aufweisen.

Ein zweiter Aspekt ist die Renditeerwartung. Hier gibt es im Wesentlichen vier Kategorien:

  • Möchte man möglichst einen fixen Euro-Betrag aufbewahren? Dies kann sinnvoll sein, wenn künftig z. B. ein endfälliger Kredit oder eine andere vertraglich festgelegte Summe zu begleichen sein wird.

  • Möchte man die Kaufkraft bewahren? Dies dient zum Aufschieben von Konsum oder von Investitionen auf einen späteren Zeitpunkt. In diesem Fall muss eine Rendite erwirtschaftet werden, die gleich hoch ist wie die laufende Geldentwertung.

  • Möchte man das Vermögen vermehren? Dies ist vor allem dann wichtig, wenn das derzeit zur Verfügung stehende Kapital für den angepeilten Zweck noch nicht ausreicht. Dann ist eine höhere Rendite erforderlich.

  • Möchte man spekulieren? Erkennt man früher als andere, wie sich die Welt verändert, und welche Ressourcen wertvoller werden, kann man mit einer gelungenen Spekulation einen sehr hohen Gewinn erzielen. Im schlechten Fall drohen jedoch hohe Verluste, bis hin zum Totalverlust.

Ein dritter Aspekt ist die Risikoneigung. Menschen haben im Allgemeinen unterschiedliche Risikopräferenzen für unterschiedlich hohe Beträge. Beispielsweise sind viele Menschen mit kleinen Beträgen risikofreudig: Sie spielen Lotto, obwohl sie damit wahrscheinlich einen Verlust erleiden werden. Gleichzeitig sind sie mit großen Beträgen risikoscheu: Sie versichern ihr Haus gegen Feuer, obwohl die Versicherung mehr kostet als der wahrscheinliche Schaden. Es gilt also, sich erst einmal darüber klar zu werden, ob der zur Diskussion stehende Vermögensteil risikofreudig oder risikoscheu veranlagt werden soll.

Die drei Aspekte sind indes nicht unabhängig von einander. Eine perfekte Kapitalanlage, die einen sehr kurzen Anlagehorizont und gleichzeitig sehr hohe Rendite und sehr geringes Risiko aufweist, gibt es nur im Märchen bzw. in manchen Prospekten. Zumindest bei einem der drei muss man in der Praxis Abstriche machen.

Klarerweise lässt sich das zur Verfügung stehende Vermögen auch aufteilen. Es gibt dann mehrere Vermögensteile, und für jeden wird separat ein Anlagehorizont, eine Renditeerwartung und eine Risikoneigung festgelegt. Das Portfolio bildet dann alle diese Ziele ab.

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